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Wissen & Meinung

Seltene Erkrankungen im Fokus der Gesundheitspolitik – Austausch mit Bundesgesundheitsministerin Nina Warken

Seltene Erkrankungen stellen das Gesundheitssystem vor besondere Herausforderungen: Sie erfordern spezialisierte Versorgung, eine enge Vernetzung von Forschung und klinischer Praxis sowie langfristig tragfähige Strukturen. Im Gespräch mit Bundesgesundheitsministerin Nina Warken diskutierten Eva Luise Köhler und Prof. Dr. Annette Grüters-Kieslich, Vorsitzende von Stiftungsrat und Vorstand der Eva Luise und Horst Köhler Stiftung, wie die Versorgung für Menschen mit Seltenen Erkrankungen weiter gestärkt werden kann.

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Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die besonderen Anforderungen der Versorgung bei Seltenen Erkrankungen, insbesondere die Frage, wie hochspezialisierte Expertise dauerhaft gesichert und besser vernetzt werden kann. Viele dieser Krankheiten erfordern eine Behandlung in spezialisierten Einrichtungen der Universitätsmedizin, in denen klinische Versorgung, Forschung und Diagnostik eng zusammenwirken und entsprechende Expertise langfristig vorgehalten wird.

Seltene Erkrankungen brauchen spezialisierte Strukturen – Koordination als Schlüssel für Fortschritt

Vor diesem Hintergrund wurde deutlich, wie wichtig stabile Rahmenbedingungen für solche Versorgungsstrukturen sind. Fortschritte entstehen insbesondere dort, wo klinische Versorgung, Forschung und Datennutzung eng verzahnt sind. Entwicklungen in der Genommedizin und personalisierten Therapieansätzen zeigen bereits heute, welches Potenzial in diesem Zusammenspiel liegt.

Auch gesundheitspolitische Rahmenbedingungen spielen dabei eine wichtige Rolle. Im Gespräch wurde unter anderem die Frage angesprochen, wie die Bewertung neuer Therapien im Rahmen des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG) den Besonderheiten seltener und hochspezialisierter Indikationen künftig stärker Rechnung tragen kann.

Ein weiterer Aspekt betraf die Möglichkeiten einer früheren Diagnostik. Fortschritte in der genetischen Diagnostik eröffnen neue Perspektiven für ein erweitertes genetisches Neugeborenenscreening. Um Chancen und Herausforderungen solcher Ansätze sorgfältig zu prüfen, könnte eine interdisziplinäre Taskforce dazu beitragen, mögliche nächste Schritte systematisch zu analysieren.

Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war die Rolle übergreifender Koordinationsstrukturen. Das Nationale Aktionsbündnis für Menschen mit Seltenen Erkrankungen (NAMSE) bringt seit vielen Jahren zentrale Akteure aus Politik, Versorgung, Forschung und Selbsthilfe zusammen und schafft so eine wichtige Grundlage für die koordinierte Weiterentwicklung und die Sicherung des Erreichten.

Gerade bei komplexen Krankheitsbildern, die verschiedene medizinische Fachrichtungen und Versorgungsbereiche betreffen, ist eine solche koordinierende Zusammenarbeit entscheidend, um Wissen zu bündeln, Synergien zu nutzen und langfristige Verbesserungen zu erreichen.

Dialog zwischen Politik und Zivilgesellschaft

Unser herzlicher Dank gilt Bundesgesundheitsministerin Nina Warken für den offenen Austausch. Das Gespräch hat erneut gezeigt, wie wichtig der kontinuierliche Austausch zwischen Politik, Wissenschaft, Versorgung und Zivilgesellschaft ist, um die Situation von Menschen mit Seltenen Erkrankungen nachhaltig weiterzuentwickeln. Wir freuen uns darauf, diesen Dialog fortzuführen.

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